Wo lebt eigentlich der Congstar Andy?

Congstar Andy ist ja schon so ein Schlingel. Abgesehen davon, dass die Farben dieser Werbung meinen Augen (und meinem Sinn für Ästhetik) schaden, wird hier ja wohl ein total kreatives Konzept des Telemarketing vorgeschlagen, das fast die Leichenfledderei der letzten Converse-Plakataktion an Witz übertrifft.
Allerdings könnte man das alles noch besser und viel größer anlegen, deswegen würde ich die Aufgabe erweitern, indem wir nicht nur vorschlagen, als was sich Andy verkleidet, sondern was er in dieser Verkleidung machen soll.

Denn was macht Andy? Verkleidet sich schick mit Anzug und geht zur Bank, um einen Kredit auf zu nehmen. LANGWEILIG!

Meine Ideen:

– sich als radikaler Linker verkleiden und auf einer Nazidemo einschlagen. Da kann Andy dann seinen Charme nutzen, der ihm ja auch schon den Kredit bei der Bank eingebracht hat. Wenn er Glück hat, kriegt er sogar die Gelegenheit selbstreflexiv gegen die Glasscheibe der Fernsehkamera zu klopfen, die ihn – ohne ins Geschehen einzugreifen – zeigt, wie er von einem Dutzend wütender Rechtsradikaler zu einem Krankenhauspatienten umgestylt wird.

– Die Hippieverkleidung war ja schon ganz gut, wenn auch etwas sehr stereotypisch, aber sag mal Andy, mit meinem Konzept hätten wir dich dann auch zusammen mit dem obligatorischen Beutel Marihuana über die libanesische Grenze schicken können, so dass du im libanesischen Gefängnis die Lebensbräuche anderer Menschen kennen lernen kannst – wir alle wissen doch, wie interessant du den Umgang mit Menschen findest. Peace Out.

– Derzeit steht ja im Forum, dass du es doch mal als Punk versuchen solltest. Dabei der Tipp: um wirklich authentisch rüber zu kommen, muss die Sicherheitsnadel natürlich selbst mithilfe einer Kerze reingestochen werden und wenn wir dich danach nicht auf einem Oi-Punk Konzert sehen, wie du dir die Schultern aus ihren Gelenken moschen lässt, hast du wohl wieder einmal zu wenig Motivation gezeigt. Es würde aber schon reichen, wenn du dich in deiner sicher sehr authentischen Verkleidung einfach mal unter die Stadtpunks mischst. Durch deine natürliche Art kriegen die bestimmt nicht Wind davon und integrieren dich liebevoll in ihre Gemeinde. Stell dir mal vor, jemand, der weniger Glaubwürdigkeit hat als du, würde das machen. Dem würden sie wahrscheinlich erstmal eine aufs Maul hauen, weil es ja schon eine grobe Beleidigung einer Jugendkultur ist…aber nicht bei dir Andy, du bist halt street, wenn du street sein sollst, durch und durch.

– Meine letzte Idee: Wie wäre es denn, sich einmal als jemand zu verkleiden, der kein herablassender, ungebildeter, voreingenommener Idiot ist, der tatsächlich denkt, dass die banal auf Kleidung herunter gebrochene Darstellung sozialer Gruppen (wenn man die Mafia dazu zählen kann), irgendetwas mit individueller Kreativität zu tun hat? Falls du jetzt Probleme hast, dafür ein passendes Outfit zu finden, schlage ich als Ausweichsmöglichkeit vor, einfach mal auszusetzen, so dass wir zwar nur deine leerstehende Zelle sehen, uns aber zumindest nicht vom eben beschriebenen Dödel zuquatschen lassen müssen.

PS: Vielleicht sind wir aber auch zu hart, denn wenn man sich die Werbespots so ansieht, dann kriegt man das Gefühl, Congstar Andy lebt in einem isolierten Greenroom abseits jeglichen menschlichen Lebens und bekommt Essens- und Trinkrationen nur dann, wenn die Quote an Stylevorschlägen stimmt. Kein Wunder, dass er so penetrant in die Kamera rein spuckt, wenn sie der einzige Kontakt zur Menschheit ist, den er hat…

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