5.1.2010 – Ästhetische Vorlesungen

Vorlesungen sind meiner Meinung nach eine der Königsdisziplinen für Dozenten. Selbst diejenigen, die in Seminaren und in ihren Fachwerken hervorragend sind, knicken unter der Verantwortung, gelangweilte Studenten über 90 Minuten lang bei Laune zu halten, ein. In meiner viel zu langen Laufbahn als eine dieser gelangweilten Studentinnen, die bereits alles* in Vorlesungen gemacht hat, um sich irgendwie ab zu lenken, ist es daher geradezu offenbarend, dass es seit dem letzten Semester einen Dozenten gibt, der sie beherrscht, die Kunst der 90-minütigen Vorträge.

Mit Witz, einer unglaublichen Poetik in der Sprache, einem Wissen, dass wahrscheinlich selbst Kollegen verstummen lässt und viel Humor gibt es kein Entrinnen; Wegnicken oder andere Ablenkungen können nur denjenigen gelingen, die man allgemein zu den Schweinen zählt, denen Perlen vorgeworfen werden. Alle anderen dürfen 90 Minuten lang mit tellergroßen Augen (ihr wisst schon, die die Staunen und Begeisterung signalisieren) etwas über die Welt der Philosophie lernen. Grandios.

* Dazu gehören: Comics malen, Geschichten schreiben, Hausaufgaben machen, Lesen, Bilderrätsel mit Freunden malen und lösen, Gespräche, Zeichnungen vom Inventar des Vorlesungsraums, aus der Hand lesen (kein Witz), Lachkrämpfe vermeiden, zusammen mit Freunden Geschichten schreiben, Sudoku, XXO und aus langen Fachwörtern soviele andere Wörter bilden, wie möglich

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