1.4.2009 – Charlie Brooker

(Sorry, Aprilscherze werden hier nicht vorkommen, weil ich nicht der riesige Fan davon bin, obwohl ich mir einen beim Radio erlaubt habe, aber keiner hat reagiert, also ging der wohl eher auf meine Kosten, immerhin hab ich da Arbeit investiert und kein Schwein hat es zu schätzen gewusst…huch, falscher Blog für solche Töne, also, weiter gehts)

CHARLIE BROOKER!!!!

Na gut, ich hab ihn eigentlich vorgestern entdeckt, als ich auf youtube die neuste Ausgabe von Stewart Lee’s Comedy Vehicle gesucht habe (ich würds ja im TV gucken, aber das läuft in GB und wird wahrscheinlich niemals in Deutschland laufen) und über ihn gestolpert bin, weil er – ehrlich gesagt – auf den kleinen youtube Vorschauen ein bisschen Ähnlichkeit mit Mr Lee hat.
Naja, er war es nicht, aber Zufall ist ja manchmal ein Schatz und so kam ich alsbald in den Genuß von Screenwipe, eine Art von Fleischmann TV mit Unterricht in medialer Kompetenz. Screenwipe ist im Grunde Charlie Brooker, der in seinem Wohnzimmer vor der Glotze sitzt und sarkastische Kommentare in Richtung des britischen TV wirft, oft auch mit pantomimischen Masturbationsgags, die aber (fast) immer berechtigt sind. Dazu kommen interessante und gut beobachtete Übersichten über den Ablauf von TV, wie eine Sedung zustande kommt, wie die Kosten von 25 Minuten entstehen, wie richtiges Editing Tatsachen manipulieren kann und wie beispielsweise Castingshows funktionieren. Das Alles ist so amüsant und lehrreich zugleich, dass man sich fragt, ob das vielleicht die erwachsene Antwort auf die Sesamtstrasse ist, mit vielen pantomimischen Masturbationsgags, um den Mangel von Puppen auszugleichen.


Das Tollste – Charlie Brooker gibt auch Alternativen. Anstatt einfach nur zu sagen, was alles Dreck ist, gibt er jede Sendung Beispiele für gelungene Formate, lässt befreundete Prominente über ihre Lieblingssendungen reden und ist selbstkritisch genug, auch seine eigenen Aussagen aufs Korn zu nehmen.
Bislang gibt es diesen Spaß leider noch nicht auf DVD, aber auf youtube kann man sich nicht nur Screenwipe, sondern auch seine neues Format Newswipe ansehen (genauso brilliant und nicht zwangsweise für Leute, die jeden Morgen 14 Tageszeitungen lesen), ausserdem gibt es einige Bücher von dem jungen Mann, der quasi die schriftliche Form dieser Sendungen wöchentlich im Guardian als Kolumne abdrucken lässt.

www.guardian.co.uk/profile/charliebrooker

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