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		<title>Geekshow</title>
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		<title>MERGE!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 16:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich demnächst viel mehr zu tun haben werde, habe ich beschlossen, meine beiden herzallerliebsten Blogs zu mergen, wie man so in medienrelevanten, von den meisten schlussendlich verhassten Fachkreisen so sagt. Dazu gehören einige Änderungen: - Geekshow wird still gelegt &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/15/merge/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1348&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich demnächst viel mehr zu tun haben werde, habe ich beschlossen, meine beiden herzallerliebsten Blogs zu mergen, wie man so in medienrelevanten, von den meisten schlussendlich verhassten Fachkreisen so sagt. Dazu gehören einige Änderungen:</p>
<p>- Geekshow wird still gelegt<br />
- <a href="http://fichtenstein.wordpress.com" target="_blank">I lost my panties in the moshpit</a>, wird vorerst auf Muttersprache (ze German) geschrieben<br />
- Die Themenwahl wird dadurch noch unberechenbarer</p>
<p>Ich hoffe, dass die etlichen Tausend, die riesige Geekshow-Fans geworden sind, mir treu bleiben und sich auf ILMPITM weiterhin amüsieren.</p>
<p>Dankeschön</p>
<p>PS: Der neunte und damit für mich letzte Tag der Spaßnahme wird komplett mit den anderen Tageszusammenfassungen auf ILMPITM gepostet, damit ihr gleich was zum rüberluschern habt.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/15/merge/"><img src="http://img.youtube.com/vi/N8LZGQ4MkvQ/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1348/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1348&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Spaßnahme Tag 8</title>
		<link>http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-8/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 19:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf und Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbungsmaßnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Citti]]></category>
		<category><![CDATA[Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Rucksack]]></category>

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		<description><![CDATA[Für heute sind persönliche Heister-Evaluationen angedroht, ich als Spezialwurst werde sicherlich ganz besonders in die Mangel genommen. „Wir müssen nachher noch reden…“ meint er, wohl bedacht, meinen Namen nicht aus zu sprechen, weil er den wahrscheinlich immer noch nicht weiß. &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-8/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1345&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für heute sind persönliche Heister-Evaluationen angedroht, ich als Spezialwurst werde sicherlich ganz besonders in die Mangel genommen. „Wir müssen nachher noch reden…“ meint er, wohl bedacht, meinen Namen nicht aus zu sprechen, weil er den wahrscheinlich immer noch nicht weiß. Wenn man wirklich gemein sein möchte, tut man einfach so, als würde man ihn nicht sehen und beobachtet aus den Augenwinkeln schmunzelnd, wie sich seine Gesichtszüge, die übrigens verblüffende Ähnlichkeit mit einer Schildkröte haben, langsam verkrampfen, im schier unmöglichen Versuch, sich die Namen in Erinnerung zu holen, die wir bereits dutzende Male auf dutzende Papiere gekritzelt haben. Stundenlang kann man den Kampf dann aus den Augenwinkeln betrachten, Lachen unmöglich, sonst fliegt man auf, aber wenn man durchhält, kann man es bestimmt solange schaffen, bis einer auf Toilette muss. Denn selbst in einem Geduldstest sollten echte Gentlemen die Toilettenpause des Gegners respektieren.<br />
Ein persönliches Gespräch mit meinem Antagonisten ist natürlich eine spannende, aber zeitlich völlig unpassende Angelegenheit. Das Seminar geht doch noch drei Tage, da kann es heute unmöglich zum Showdown kommen, das ruiniert doch die Klimax und enttäuscht den Kinogänger, der daraufhin nur noch gelangweilt an seinem Popcorn nibbelt.<br />
Herbert ist heute erstaunlich gut drauf, kein Wunder, der war gestern nicht da, ein Tag in der Freiheit und man gewöhnt sich das mädchenhafte Hüpfen wieder an. Aber keine Sorge, spätestens ab der Mittagspause wird der allgemeine Frust wieder unter seinen Zehennägeln stecken. Der Himmel über den Stadtwerken sieht im Übrigen ganz idyllisch aus, selbst wenn die Welt jetzt untergehen würde, würde ich mit einem Lächeln auf den Lippen in meinem eigenen Blut ertrinkend versinken, gekonnt verdrängend welch Probleme eigentlich in meinem Hinterkopf ihre Eier ausnisten.<br />
Das Gespräch mit Heister kommt unerwartet früh, in unangenehm vertrauter Atmosphäre pflanzt er sich neben mich und überfällt mich mit noch unausgefüllten Fragebögen. Wie kann das denn sein, ich habe doch bereits Wochen damit verbracht, Fragebögen aus zu füllen, irgendwann muss der Irrsinn doch sein Ende haben! Das Gespräch dauert insgesamt 5 Minuten, „als was haben sie denn ihren Abschluss gemacht?“, „M.A.“ „Und was heißt das?“ „Master of Hartz“, haha, ich muss selbst ein bisschen über diesen gekonnten Wortwitz lachen und staunen, den hab ich nicht kommen sehen.<br />
Zum Ende des Gesprächs eröffnet mir Heister, dass ich mich ja eigentlich gut beteiligt habe und ich mir keine Sorgen über die Evaluation machen muss. Na, das hab ich aber auch erwartet, anderthalb Wochen passiv-aggressive Sprüche vom Leder zu reißen ist Schwerstarbeit, ganz erschöpft falle ich jeden Abend ins Bett, heute beispielsweise ist es gerade mal halb Zehn in Deutschland und während andere ihren Knoppers verdrücken, fabriziere ich weltbewegende Wortwitze mit satirischem Flair! Da ist es ja wohl ganz natürlich, dass meine Evaluation gut aussehen wird. Dafür muss mir Heister dann auch nicht vertraulich auf die Schulter klopfen, nein, nein, Antipathie ist schon ohne Körperkontakt schwer genug zu ertragen. Und dann überrascht er mit einer nie zu erwartenden Frage. „Ich hoffe, ihnen hat es zumindest etwas gebracht, sie können auch gerne sagen, was ihnen nicht gefallen hat, ich bin immer offen für Kritk.“ Oh nein, oh nein, das geht doch jetzt nicht. Nicht nur, dass mein Erzrivale dieses zweiwöchigen Abenteuers wie ein kleiner Junge angekrochen kommt und um Zustimmung heischt, nein, jetzt muss ich auch noch abwägen, ob ich meine Frustration wie im Rucksack vergessene schimmelige Schulbrote heraus kramen soll, um das pelzig-schmierige Elend auf dem Tisch aus zu breiten, oder ob ich die letzten paar Tage lieber doch ohne dicken fetten Elefanten im Raum verbringen möchte. Und wer sagt, dass er offen für Kritik ist, knickt meistens bereits bei einer gerunzelten Stirn ein, weinend muss man dann auch noch Sozialarbeit leisten, damit hier keine Schicksale durch Stirnfalten ruiniert werden.<br />
Ich wähle die subtile britische Methode. „Naja, als Kommunikationsstudentin war das ja alles ein wenig wiederholend für mich.“ „Ach, das war ja alles etwas langweilig für Sie.“ „Jaja.“ „Aber ich hoffe trotzdem, dass sie wenigstens etwas Spaß hatten?“ Ich halte mich bedeckt und grinse stumm und mysteriös vor mich hin, die größte Waffe, die jeder Ironiebegabte hat, das ironische Lächeln ist giftiger als eine Kobra, verschlingt alles, was sich ihm in den Weg stellt mit unausformulierter, daher universeller Kritik. Diese stummen Duelle zwischen Heister und mir arten langsam aus, wo soll das denn enden, bis jemand weint oder auf Toilette muss.</p>
<p>In der Mittagspause kommt es zu polizeistaatlichen Ausschreitungen im angehenden Citti. Direkt beim Eingang werde ich vom Teenie-Disse-Türsteher dazu aufgefordert, meinen Rucksack draußen zu lassen, da diese, sowie Taschen, höchst verboten sind auf dem Sicherheitsgelände des Citti-Centers. Im „Markt der Lebensfreude“, wie sich dieses Geschäft mit euphorisch geschwungenen LED-Anzeigen nennt, sind Taschen anscheinend verboten, weil die allgemeine Hausfrauenweisheit, dass Taschen die Lebensfreude stark dadurch mindern, das man niemals etwas in ihnen findet, bei Citti ernst genommen wird. Ungläubig stottere ich einer behandtaschten Frau hinterher, die ohne Probleme durch gelassen wurde. Das Schild am Eingang fordert zwar auch Taschenträger dazu auf, ihre stofflichen Aufbewahrungsbehälter in ein Glaskästchen vor dem Eingang zu lassen, aber der Türsteher meint mit kokettem Grinsen, dass nur Rucksackträger laut Geschäftsführung dazu aufgefordert werden müssen. Eine Schweinerei, hier wird doch eindeutig nach zweierlei Maßstäben gemessen, ich als radikale Alternative(die bekanntermaßen zu Rucksäcken neigen) bin natürlich dazu fähig, den gesamten Laden mit einer legeren Handbewegung leer zu räumen, während Hausfrauen mit zimmergroßen Handtaschen niemals auf die Idee kommen würden, die Zewa Wisch und Weg Tücher mal eben unbemerkt hinein fallen zu lassen. Dabei weiß man doch, dass besonders Handtaschen-Omis und gelangweilte Hausfrauen aus Kick gerne mal die Dose Katzenfutter oder den Stroh80 mitgehen lassen. In Strickkreisen werden die entwendeten Güter auf den Teetisch ausgebreitet und von lila Dauerwellen und blumigen Hemdkleidern bewundert, während kichernd über die inkompetenten Sicherheitsleute hergezogen wird, die stattdessen unschuldige – und zugegeben einfach nur bezaubernde – Absolventen mit Schlagstock und Wasserwerfern niederringen.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-8/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Kuf13ZiT4CE/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Empört weigere ich mich, das Etablissement zu betreten, glücklicherweise ziehen meine Kollegen nach, isolierter Protest nimmt sich immer so traurig aus, aber im markanten Vierergespann kann man schon Eindruck schinden und zum Currywurschtstand abziehen. Na wartet, wenn ich erst mal für die TAZ schreibe, dann wird es aber bitterböse Citti-Hetze geben. Schade, erst im Nachhinein fällt mir der tolle Spruch &#8222;das machen Sie doch nur, weil ich schwarz bin&#8220; ein, Schlagfertigkeit ist eine Königsdisziplin und ich bin nur ein Prinz&#8230;</p>
<p>Kurz vor Feierabend bricht mitten im Gespräch über zukünftige Berufe Herberts Stuhl zusammen, der Zweite bereits, und splittert die Ecke voll. Bei uns in der Partyreihe hinten wird schallend gelacht, mir bleibt jedoch einerseits aus Schreck, andererseits durch Herberts Gesicht die Lachfalte in der Hautschicht stecken, denn wie aufgegeben sitzt er danach an seinem Computer und wirkt plötzlich – bitte nicht lachen – ganz klein. Das Leben ist schon hart genug als Vollgewichtler, da braucht es keinen Spott, um es noch härter zu machen.<br />
Ein bisschen frage ich mich, wie sehr meine Doppelmoral sich eigentlich selbst aufhängt, immerhin habe ich scheinbar kein Problem, ausführlich über Herberts Äußeres zu philosophieren, benehme mich aber wie ein zickiges kleines Mädchen, wenn es darum geht, etwas Feierabend-erleichternden Slapstick zu belachen. Die Fantasieliste lass ich dieses Mal wieder im Rucksack, was die Fantasie-Jule heute gemacht hat, kann die Real-Jule ja wohl auch am realen Freitag hinschreiben und wenn das der Fantasie-Jule nicht passt, soll sie es doch selbst machen&#8230;</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-8/"><img src="http://img.youtube.com/vi/VmwQ-q29seI/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1345/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1345/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1345&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Spaßnahme Tag 7</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 06:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Allgemeinwissen]]></category>
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		<description><![CDATA[Den siebten Tag starten wir ohne Zwergponys, in dem Raum, in dem alles begann. Angstschweiß perlt mir die Stirn herunter, immerhin habe ich hier das OZ-Debakel durchstehen müssen, noch heute wache ich schreiend auf, wahllos Rostocker Firmennamen in die Nacht &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1340&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den siebten Tag starten wir ohne Zwergponys, in dem Raum, in dem alles begann. Angstschweiß perlt mir die Stirn herunter, immerhin habe ich hier das OZ-Debakel durchstehen müssen, noch heute wache ich schreiend auf, wahllos Rostocker Firmennamen in die Nacht rufend, so als wüssten sie, warum das alles, warum Hunger, warum Krankheiten, warum Kriege. Aber niemand hört meine Schreie nach den Rostocker Stadtwerken&#8230;niemand.</p>
<p>Doch dieses Mal ist alles anders, ein Platz in der letzten Reihe wird mir schon frei gehalten, die Stimmung ist gut, denn dieses Mal sind wir im Team. Wir beginnen zum tausendsten Mal mit Tipps zum Bewerben und der elendigen Frage „Wer bin ich?“ Die Reise ins Ich wollte ich nicht buchen, üblicherweise artet das in Hysterie und Angstzuständen aus, ohne Garantie auf Zahlungserstattung.</p>
<p>Es ist der Circle of Maßnahme, wahrscheinlich laufen intern geheime Wetten ab, wer ein und dieselben Tipps am Meisten wiederholt, ohne dass irgendein Kursteilnehmer die Nerven verliert und Amok läuft. Der Gewinner bekommt den goldenen Eulenspiegel für Dreistigkeit. Heister liegt weit vorne, denn nur bei ihm werden zwei inhaltlich identische Folien unmittelbar hintereinander gezeigt.</p>
<p>Danach dürfen wir ein furchtbar schlecht gespieltes, daher aber auch sehr amüsantes Bewerbungsvideo bestaunen, in dem Peter mit wechselndem Bart (mal mit, mal ohne) zusammen mit seinen Freunden auf Jobsuche ist. Neben seinem spontanen Bartwuchs zeichnet sich Peter durch ebenso spontan wechselnde Jacken und eine astreine 90er jahre Techno-Frisur aus (die mit dem Mittelscheitel). Von Peter und seinen Freunden lernen wir die kleinen Details, die man nur in hochqualifizierten Bewerbungstrainingsseminaren lernen kann. Beispielsweise kommt es nicht gut an, wenn man Nuttenstiefel und Minikleid zum Vorstellungsgespräch trägt. Naha, jetzt weiß ich auch, warum ich die Stelle beim Privatradio nicht bekommen habe, dabei dachte ich, dass etwas Glamör immer gut ankommt.</p>
<p>In den Schulpausen stehen Peter und seine Freunde in einer entlegenen Ecke, ein klares Zeichen , dass niemand etwas mit ihnen zu tun haben will, was kein Wunder ist, traue keinem Mann, äh, Jungen, dessen Flaumbart auf dem Weg zur Tür verschwindet  und dann wieder auftaucht. Lediglich Anna macht sich super bei ihrer Bewerbung, obwohl sie auch schuld daran ist, dass sich ihre Freundin wie ne Kiezkatze verkleidet hat und gnadenlos abgeprellt wurde. Das war sicherlich alles geplant, damit sie – ausgestattet mit einem guten Job – endlich aus diesem Loser-Freundeskreis entschwinden kann. Gut so, Anna!</p>
<p>Lehrreich ist das Video allemal, neben dem Vermeiden von Berufskleidung des ältesten Metiers der Welt,  sollte man sich nicht wie zuhause in den Stuhl fläzen, oder – ganz wichtig – kein Koks vor dem Gespräch nehmen. Na gut, das Letzte wurde nicht konkret gesagt, ist aber offensichtlich gewesen, da Peters Kumpel Eric  (bitte amerikanisch aussprechen, also  ungefähr so wie örig) größenwahnsinnig und leicht aggressiv über seine Ambitionen spricht, während er fahrig mit seinen Kokshänden durch die Gegend fuchtelt. So etwas nennt man Method Acting, während die anderen talentlosen H-Schauspieler sich müde mit ihren Texten abkämpfen, legt Örig so viel Gefühl hinein, dass man weinen muss. Dass er für die berührend, ehrliche Darstellung des koksenden Bewerbers den wagemutigen Schritt gegangen und in monatelanger Vorbereitung zum echten Junkie geworden ist, erkennt man sofort. Aber für Örigs Opfer, nun sein Leben lang als Stricherjunge seinen Unterhalt zu verdienen, nur weil er sich erhoffte, durch dieses Bewerbungsvideo seinen Durchbruch zu erlangen und deshalb alles, aber auch alles hinein gelegt hat, wissen wir nun wenigstens, dass man gefälligst nicht vor dem Vorstellungsgespräch koksen soll. DAS kann man doch auch machen, wenn man den Job dann endlich hat (Kallauer-Alarm!).</p>
<p>Im Anschluß machen wir einen Allgemeinwissenstest über Deutschland und Mecklenburg Vorpommern. Oh Gott, ich bin so schlecht im Allgemeinwissen, dass Günther Jauch mich niemals als Facebook-Friend adden würde. Aber ich brauch mir auch keine Sorgen machen, nach sechs Fragen schlagen wir in eine ellustere Diskussionsrunde zum Thema Ost/West-Konflikt um. Die Emotionen kochen hoch in derartigen Diskussionen, allerdings ist es doch etwas anderes, als im studentischen Umfeld, da manche Leute fehlenden Blickkontakt und direktionslosen Bezug auf einen bestimmten Kommentar missverstehen und sich angesprochen fühlen, selbst wenn man sich eindeutig an jemand anderen gewendet hat. Das ist fast so, als würde man Windmühlen bekämpfen, um plötzlich blöd von Windrädern angemacht zu werden.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-7/"><img src="http://img.youtube.com/vi/n7ha4OQe14g/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Das nächste Thema im Brennpunkt: Bildungspolitik. Jaja, auch das ist interessant, denn wenn es um Allgemeinwissen geht, habe ich eh ein gespaltenes Verhältnis dazu. Zumindest denke ich nicht, dass es zum Allgemeinwissen gehört, zu wissen, welche Firmen es in Rostock gibt…….Punkt, punkt, punkt. Aber gut, mit dem Mann, der meint, dass er seine Bildung durch Zoosendungen erfährt, sollte man vielleicht nicht diskutieren. Außerdem ist jetzt endlich das Geheimnis gelöst, warum wir das OZ Spezial über uns ergehen lassen mussten. Weder ein psychologisches Experiment, noch ein sadistischer Zug Heisters, stattdessen der Wunsch, uns etwas mecklenburgisches Allgemeinwissen an zu lernen. Ich könnte eher mit den beiden Alternativen leben, Christliche Missionare sind schon schlimm genug, aber Missionare, die die gute Kunde des Rostocker Arbeitsmarktes verbreiten? Irgendetwas daran ist zutiefst verstören.</p>
<p>Zurück im Zwergponypool dürfen wir uns endlich wieder von den tränenreichen Auseinandersetzungen abwenden und ich kann mich auf meine höchst notwendige Wohnungssuche begeben. Jeden Tag höre ich etwas anderes, ein Spruch nach dem Anderen darüber, wie schwierig, wie leicht, wie viele, wie wenige, wie teuer, wie billig und und und. Allerdings hab ich meine Stasiakte mittlerweile zusammen und kann hausieren gehen. Seh ich ja gar nicht ein, dass ich nach Bärlin fahre, mir wunderschicke Wohnungen ansehe und dann beim Vermieter abgeblockt werde, weil ich nicht angegeben habe, wie laut meine Sprechstimme ist und ob ich unter der Dusche singe und wenn, wie gut. Kaum hat man die Bewerbung für einen Job hinter sich, geht die Bewerbung für eine Wohnung los, genauso hilflos schreibt man eine Mail nach der anderen und wartet mit bangendem Herzen. Das Wohnungsbewerbungstraining könnte ich ganz gut gebrauchen.</p>
<p>Der Tag vergeht nicht schnell, aber wie üblich mit dem Diktieren der Fantasieliste. Heute haben die Fantasieteilnehmer beispielsweise etwas über aktuelle Standards zu schriftlichen Bewerbungsunterlagen und dem Bewerbungsmanagement (kurz BewerbungsMGMT) gelernt. Ein Traum, mit diesen theoretischen Voraussetzungen kriegen die bestimmt sofort den Fantasiejob ihrer Wahl.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/13/spasnahme-tag-7/"><img src="http://img.youtube.com/vi/2Qq8MBQ--UA/2.jpg" alt="" /></a></span>
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		<title>Spaßnahme &#8211; Tag 6</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 20:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Befürchtungen, über das Wochenende aufgedeckt zu werden, um als KG-Verräterin da zu stehen erweist sich als vollkommen unbegründet, lächelnde Gesichter strahlen mich an, fürs Erste ist meine Doppelidentität als investigative Journalistin gesichert. Die Woche beginnt mit einer kleinen Odyssee &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/12/spasnahme-tag-6/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1338&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Befürchtungen, über das Wochenende aufgedeckt zu werden, um als KG-Verräterin da zu stehen erweist sich als vollkommen unbegründet, lächelnde Gesichter strahlen mich an, fürs Erste ist meine Doppelidentität als investigative Journalistin gesichert.</p>
<p>Die Woche beginnt mit einer kleinen Odyssee durch die Räumlichkeiten des immergleich aussehenden Siemens-Gebäudes, dann werden die Fantasiepläne verteilt, sowie eine Androhung, ab Mittag in einem Zwergpony-Losen Raum um zu ziehen, wo sicherlich ein weiteres motivationsloses Grauen im Vorlesen unsinniger Zeitungsspeziale auf uns wartet.<br />
Meine Zeit habe ich mir übrigens damit vertrieben, meinen Kollegen „2 girls and 1 cup“ nahe zu legen, ich Schwein, selbst habe ich das Video nie gesehen, sondern nur feige die Wikipedia-Zusammenfassung gelesen. Solche Sauereien kann ich nur im Text ertragen, aber anderen bürde ich gerne die knallharte Dreckigkeit der verkommenen Pornoindustrie auf.<br />
Über das Wochenende habe ich ebenfalls fest gestellt, dass ich über die letzten paar Tage einen recht dicken mecklenburgischen Akzent aufgelegt habe, der auf Gläserrändern Abdrücke hinterlässt. Ich gehe davon aus, dass es der innere Mecklenburger in mir ist, der sich auf die Berlin-Assimilation vorbereitet und versucht, sich gegen den Drang, nach zwei Wochen in der Hauptstadt Berlinerisch zu fingieren, wie Lena Meyer Landruth ihren britischen Fantasieakzent . Diese Angewohnheit der Zugereisten ist nämlich äußerst befremdlich, ähnlich wie spontan auftretendes Englisch-Gerede auf Partys, das besonders gerne von Leuten praktiziert wird, die selbst Westerwelle ob ihrer phonologischen Defizite die Schamesröte ins Gesicht treiben würden.</p>
<p>Unerwähnt blieb Freitag übrigens, dass Heister mit einer Kursteilnehmerin älteren Semesters kecke Flirtversuche gestartet hat. Ich habe genau gesehen, wie er ihr beim Vorbeischerzen ganz nebenbei auf den Pöker klapsen wollte, sie aber Schulmädchen-kichernd auswich. So geht das hier, einsame Herzen in der Bewerbungsmaßnahme, oder heiße Affären&#8230;na, da denk ich mal lieber nicht weiter drüber nach, dass will niemand im Kopfkino sehen.</p>
<p>Vor den Fenstern ist so dicke Suppe, dass ich die Option des Stephen King Horrorfilms nicht ganz ausschließen kann, Endzeit-Stimmung draußen, ausgelassenes Burn-Out-Syndrom drinne, während die kahlweißen Skelette der Stadtwerke durch das dichte Wassergemisch hindurch scheinen, nerven wir uns gegenseitig mit Dallerei und wahllosem Googlen. Alles muss jetzt sinnlos inhaliert werden, denn in knapp zwei Stunden müssen wir in den Raum der chinesischen Heister-Folter, wieviele Anekdoten dieser Mann noch in seiner Tasche hat, niemand weiß es, da müssen die farbenfrohen Verlockungen des WWW im Kurzzeitgedächtnis abgelegt werden, um unter emotionaler Anekdoten-Folter das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.</p>
<p>Als wir nach der zweiten Ziggi-Pause wieder einmal gestapelt vor der Tür stehen und auf Heister warten, macht er seinen Auftritt dramatisch. In Zeitlupe geht er starrend an mir vorbei, eine Herausforderung vor dem Herrn, hier wird mit dreckigen Mitteln gekämpft. Wenn ich mir jetzt kein Lächeln abringe, werde  ich schon wieder angezählt, ich bin aber heute viel zu müde, um locker flockig zu reagieren. Unter sehr viel Mühe kämpfe ich mir ein Lächeln ab, das so unglaubwürdig ist, dass es eigentlich gar nicht mehr in der Realität, sondern nur noch in der Metaphysik existiert. Aber ich komme damit durch, mindestens 3 Sekunden lang starre ich dem Biest in die Augen und versuche nicht ausfallend zu werden. Noch einmal werde ich diesen Hochleistungsakt heute jedoch nicht schaffen, soviel vorgespielte Vertrautheit tut mir nicht gut, beim nächsten Mal gibt es wieder bleierne Mundwinkel und sarkastische Kommentare, ansonsten bricht mir noch mein Kiefer raus. Soviel Dreistigkeit muss man aber auch haben, es ist offensichtlich, dass sich hier zwei Weltgegner gefunden haben, Heister und ich, das Duell der Giganten, ich mit meinem unschlagbaren Witz und den arroganten Überlegenheitsgefühlen der Absolventen, er mit dem unermüdlichen Optimismus, den besonders unqualifizierte Seminarleiter mit sich herum schleppen und dem Mallorca-Humor, der Gift für jeden Nerd ist.</p>
<p>Direkt nach der Mittagspause die Erleichterung, der Trockenraum ist gecancelled, wir dürfen auch weiterhin bei den Zwergponys bleiben. Dazu müssen wir aber wieder eine lose Vortragsreihe von Heister mit dem Namen „50 Bewerbungstricks“ ertragen. „10 Bewerbungstricks“ wären mir lieber gewesen. Ich zeige bereits zum Anfang Bereitschaftslosigkeit, als ich auf die Frage, wie man sich im Marketing vor der Bewerbung verhalten soll mit leerem Gesicht und rebellischer Attitüde blöd komme. Heister testet die frisch eingeführte Namensliste und haspelt sich teilweise drastisch durch die Nachnamen der Beteiligten. .</p>
<p>Wäre ich nicht so platt, würden jetzt verbale Orkane auf das Blatt wirbeln, aber wieviele Variation kann die schmunzelnde Parodie ein und desselben Themas hergeben? Bereits zum vierten, vielleicht sogar fünften Mal (ich drifte ja auch gerne mal ab) reden wir nun schon über unsere Stärken und Schwächen und unsere Ziele und Erfolge, Ideale und Psychosen, das schlecht geheuchelte Interesse Heisterseits ist fast so ermüdend, wie die stereotypischen Antworten, die wir mal mehr mal weniger euphorisch über unsere Zungen rollen lassen.  Hier offenbart sich auch die Achilles-Sehne dieser Veranstaltung; anstelle der theoretischen Informationen, Grundlagen und Geheimtipps artet das Seminar in eine plauderhafte Talkshow aus, mit einem egozentrischen Dauerhuster als Gastgeber und motivationslosen Gästen, die zu müde zum Pöbeln sind.<br />
„Wie sehen sie ihre Aufstiegsmöglichkeiten, Herr Waack?“ Pause „Äh, Frau Waack.“<br />
Aufstiegsmöglichkeiten, wenn ich das Wort schon höre. Da muss man ja davon ausgehen, dass man denkt, dass man derzeit am Boden ist.</p>
<p>Es hegt sich der Verdacht, dass Heister aus Mangel an Material das Programm der Vorwoche unauffällig wiederholen möchte, nur weil wir in einem anderen Raum sitzen, heißt das aber nicht, dass wir das Deja-Vu nicht auf seine Grundursache zurück führen können.<br />
„Ich geh jetzt mal von mir aus“ ist der Standard für Heister, um Uninformation los zu werden. Schon wieder eine Zeitreise, die letzte Woche hat es nie gegeben, das bilden wir uns alle nur ein. „Spiralhefter, sie wissen, was das ist, das sind die mit den Spiralen.“<br />
„Frau Waack, sie schreiben doch noch mit Füller, schreiben sie gerne mit Füller?“<br />
Heister ist der Albtraum jeglicher mündlicher Prüfung, kein Mensch kann sich auf die inhaltsleeren Fragen ins Nichts vorbereiten, denn hier werden Meinungen über Dinge erfragt, über die man sich niemals Gedanken macht. Wann saß ich das letzte Mal nachdenklich am Meer und sinierte über meine Vorliebe oder Abneigung mit Füller zu schreiben? Stundenlang, ich erinnere mich, wog ich ab, wie die elegante blaue Tinte über das Papier gleitet wie ein Eiskunstläufer, fast sinnlich zeichnen sich die Buchstaben auf die weiße Fläche ab. Ein Festspiel an Ästhetik und Inhalt.<br />
„Ja, ich weiß nicht, irgendwie…vielleicht, also wenn ich mal…dann, schätz ich mal ja.“<br />
Man muss einfach davor kapitulieren, „Wie wichtig ist eine innere Uhr beim Bewerbungsgespräch“, „Schreiben Sie gerne mit Füller?“, Was könnte man unter Kälte verstehen?“, Quit pro Quo ist sein Motto, für jede ehrliche Antwort wird man für ca. 10 Minuten in Ruhe gelassen, ABER der Clou an der Sache ist, dass es keine ehrlichen Antworten zu diesen Fragen gibt, Heister ist ein Savant, wenn es darum geht, das Unfragbare zu erfragen, die Sphinx könnte es nicht besser, denn Niemand hat eine Meinung zum Füllerschreiben oder die Rolle der inneren Uhr bei einem Bewerbungsgespräch. Aber vielleicht, nur vielleicht ist es Heisters Weg, etwas über die menschliche Rasse zu erfahren, denn tatsächlich kommt er aus einer Parallelwelt und sucht seit Jahren eine Möglichkeit, sich in der Welt der Menschen zurecht zu finden. In seiner Fremdartigkeit gibt es für ihn keinen Unterschied zwischen Wichtig und Unwichtig, für ihn ist alles mysteriös und faszinierend, wie er es trotzdem geschafft hat, sich als Seminarleiter durch zu setzen ist ein Rätsel, so wie Heister selbst, so wie wir für Heister. Seine immerwährende Suche nach dem Wesen der Menschen führt er fort, indem er menschliche Eigenschaften erfragt.</p>
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<p>Ca eine Stunde vor Schluß verabschiedet sich Heister und hinterlässt uns den gebrechlichen Firentz, vielleicht, um seine Ergebnisse in den Bordcomputer seines Raumschiffes ein zu speisen. Sollten wir in einem Anflug von Wut die Nerven verlieren, könnten wir den sicherlich locker an den Kleiderhaken hängen. Bei Heister wäre ich mir nicht so sicher, der sieht so aus, als würde der die enormen Kräfte eines Lebemannes mobilisieren können, um mindestens drei von uns schwer zu verletzen, bis wir ihn endlich mit Roundhouse Kick KO kriegen würden.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1338/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1338/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1338&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Spaßnahme Tag 5</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 10:50:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
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		<description><![CDATA[Der fünfte Tag bringt völlige Routine, außer, dass man auf Wunsch Fotos machen lassen kann. Natürlich der Maßnahme entsprechend total unprofessionell, noch nicht einmal eine Spiegelreflex gibt es dazu, da lach ich doch. Vor eleganter Raufasertapete können bräsige Gesichter aufgenommen &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/09/spasnahme-tag-5/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1329&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der fünfte Tag bringt völlige Routine, außer, dass man auf Wunsch Fotos machen lassen kann. Natürlich der Maßnahme entsprechend total unprofessionell, noch nicht einmal eine Spiegelreflex gibt es dazu, da lach ich doch. Vor eleganter Raufasertapete können bräsige Gesichter aufgenommen werden. Im tristen Licht der Maßnahmenräumlichkeiten wird die Frustration durch die Linse maximiert und legt sich unter die Augenringe der Hartzer Übernächtigung.</p>
<p>Auf der Rückfahrt am gestrigen Tag habe ich mit dem einzigen anderen MA-Studenten einen akademischen Geheimbund geschlossen. Irgendwie findet man sich doch immer, selbst wenn man nicht will, das ist wie im Ausland, wo man schlussendlich immer die 10 Deutschen findet, die dort herum schwirren, auch wenn das alles ganz schreckliche Menschen sind, mit denen man niemals etwas zu tun haben wollen würde, aber obskure Gemeinsamkeiten, die nichts mit Chemie oder Persönlichkeit zu tun haben, verbinden in der Fremde, daher ist die Frage, woher man kommt, auch so integral in ätzenden Kleingesprächen. Gemeinsam lamentierten wir über die schweren Schicksale, die man als MA-Arbeit schreibender, gepeinigter Student durchstehen muss, wenn man zusätzlich auch noch ein paar Knödel dazu verdienen muss. Was haben wir gelitten in den Monaten der Entbehrung, eine seelische, als auch intellektuelle Achterbahnfahrt.<br />
Von jetzt an wird es eine ungeschriebene Übereinkunft zwischen uns geben, was immer auch passiert, wir werden uns auf jeden Fall für etwas Besseres halten.</p>
<p>Heute geht die Zeit wieder einmal erschreckend langsam voran. Ich weiß gar nicht, wie das erst nächste Woche werden wird. Ja, nicht nur Superman gelingt das Unmögliche; in den einengenden Räumen des Siemens-Gebäudes gestarrt die Welt zu einem Stillleben aus gescheiterten Existenzen und widersetzt sich dreist dem Grundwunsch aller, das so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Stattdessen scheint der verzweifelte Drang, aus dem kalkigen Gebäude heraus zu kommen, entgegengesetzt zu wirken und die physischen Gesetze außer Kraft zu setzen. Wir reisen zurück in die Zeit, ohne De Lorean fahren wir Doc und McFly nach, aber unsere wilden Abenteuer bestehen darin, Heisters schicksalhaftes Leben als untalentierter Gruppenleiter im Zeitraffer zu verfolgen und das noch nicht einmal populär gewordene Internet nach noch nicht einmal eingestellten Jobs zu durchsuchen. Während Minipli und Lederwesten regieren, sitzen wir im ungebauten Siemensgebäude und sehnen unseren ungeborenen Jugendträumen nach.<br />
Meine Fantasien werden dadurch unterbrochen, dass ich mein Fahrgeld abholen kann. 16,50 (O-Ton Heister „So viel!“, „Tja, Wochenkarten sind teuer“). Als Herr Heister noch jung war, konnte man damit nicht nur drei &#8211; zugegeben anspruchslose &#8211; Frauen ausführen, sondern auch noch eine Runde Korn in der Stammkneipe ausgeben und hatte dann noch etwas übrig für das neuste Schunkelalbum der aktuellen, weil zeitlos-alten Schlagerstars. Die Frage, ob ich auch ein Foto machen möchte, verneine ich, woraufhin Heister nur sarkastisch meint „Nein, sie ist wunschlos glücklich“. Die Aversion gegen meine ‚schnippische‘ Mickey Mouse Art kann man aus der Luft heraus schneiden und an die Wand nageln.<br />
Eruptionsartig kommt Herbert immer mal wieder mit Kommentarbröckchen an die Oberfläche seiner schwulstigen mit karierter Baumwolle bedeckten Gebirgslandschaft. Mittlerweile hört niemand mehr hin, wie wabernder grüne Nebel hängt die Abneigung der anderen um seinen roten Kopf und kreist im Orbit.</p>
<p>Geil, ein schlecht gemachtes Video bringt die Stimmung wieder zum Kochen.<br />
„Überlege dir, ob es dir bei dem Arbeitsplatz gefallen würde.“ „Lasse dich nicht durch Absagen ermutigen.“ „Jedes Erfolgserlebnis ist eine Chance, die du dir selbst ermöglicht hast.“<br />
Die Protagonistin der spannenden Story könnte ebenso gut die Protagonistin in einem Horrorfilm sein, sie spielt auch genauso schlecht. Leider kann sie das Wort „Grafikdesign“ nicht ganz so gut aussprechen, naja, das lernt sie ja vielleicht in der Ausbildung dazu.<br />
Mein Favorit ist eine eher zusammenhanglose Verdeutlichung, dass der Lebenslauf nur den Rahmen einer Bewerbung bildet. Ein kitschiger Oma-Wohnzimmer-Bilderrahmen wird dann auf einen Tisch gefeuert, worin mit einem „boing“-Geräusch der besten Slapstick-Kategorie das Gesicht der Protagonistin auftaucht. Herrlich, da waren echte Visionäre am Werk und haben versucht, das Erlebnis Bewerbung so bunt und aufregend wie möglich zu verpacken. Schade, dass das Gesicht unserer Heldin dabei weiterhin so aussieht, als wäre ihre Mitwirkung im Video Teil einer Zwangsmaßnahme.<br />
Die Ausgelassenheit, die besonders die letzten Reihen an diesem Freitag in Partylaune bringt, umfasst auch Herrn Heister, der unvermittels seine Musiksammlung auspackt und alle Klischees bestätigt, die ich in meinem vorurteilsbelasteten Gehirnwänden zusammenfabuliert habe. Partyhits ziehen wie Kampfbomber durch den Raum. Immer wieder muss man sich als Musiknerd fragen, warum Menschen mit einer extensiven Partyhits-Sammlung niemals vor Scham zerlaufen, wenn sie ihre Lieblingssongs durch die Gegend brettern, wo man selbst schon verlegen zu nuscheln anfängt, sobald sich ein ABBA Song in der Playlist verirrt.<br />
Seine Vietnam-Fotos können wir leider nicht sehen, weil er schon wieder nicht mit den Computerprogrammen klar kommt, aber vielleicht auch ganz gut, spontan denk ich an Sextourist Heister, der mit Euroscheinen um sich schmeißt und jungen Mädchen oder Jungs lüstern hinter her blickt.<br />
Wie vorhergesagt, kommt die erste große Gefühlsbekundung pünktlich zum Wochenende.<br />
„Ich glaube, so viel wie diese Woche habe ich die letzten 9 Monate nicht gelacht.“<br />
„Wieso, bist du schwanger gewesen?“<br />
Der Mitstudent ist also weich geworden.<br />
Obwohl meine Meinung über Heister von den Meisten geteilt wird, ist die Grundstimmung ihm gegenüber erstaunlich friedfertig. Dass seine Kollegen nachvollziehbar weniger Respekt vor ihm haben und immer mal wieder mit den Augen rollen, wenn wir mal wieder vor dem Raum stehen und warten, oder er mit den Computern nicht klar kommt, hat anscheinend dafür gesorgt, dass die anderen ein 9/11-Story mäßiges Kollegialsyndrom entwickelt haben, bei dem ein definierter Gegner (die anderen Seminarleiter) von der Inkompetenz der eigenen Gruppenindividuen ablenkt. Mein zuvor witzig gemeinter Vorschlag, mit der parallelen Seminargruppe einen Westside Story Messerkampf aus zu tanzen, scheint sich tatsächlich in die Realität zu zwirbeln. Jetzt muss ich vorsichtig sein, denn auch wenn ich die kreative Freiheit genieße, die mir ein motivationsloser Gruppenleiter ermöglicht, bin ich vom Grundprinzip her höchst erbost, meine wertvolle Zeit im Industriegebiet Rostocks zu verschwenden,  ohne zumindest den Ansatz von Anstrengung Heisterseits zu erkennen. Jegliche Äußerung meiner auf Dauer geplanten Rezensions-Attacke zum Ende des Seminars hin könnte mich schneller als Lichtgeschwindigkeit  in die Außenseiterposition verfrachten, wo Herbert bereits lächelnd mit Schockoladenanekdoten und krustenden Fußnägeln auf mich wartet.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/09/spasnahme-tag-5/"><img src="http://img.youtube.com/vi/hYDqCSTospY/2.jpg" alt="" /></a></span>
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		<title>Spaßnahme Tag 4</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 14:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Ausflug in die berlinerische Freiheit wird abrupt von der tristen Realität eingeholt, heute geht es wieder flockig weiter. Mittlerweile ein anerkanntes Mitglied der letzten Reihen werde ich euphorisch begrüßt, jede individuelle Erfolgsgeschichte ist eine Erfolgsgeschichte für die Gruppe. Die &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/08/spasnahme-tag-4/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1323&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Ausflug in die berlinerische Freiheit wird abrupt von der tristen Realität eingeholt, heute geht es wieder flockig weiter. Mittlerweile ein anerkanntes Mitglied der letzten Reihen werde ich euphorisch begrüßt, jede individuelle Erfolgsgeschichte ist eine Erfolgsgeschichte für die Gruppe.</p>
<p>Die Grenzen austestend fange ich jetzt schon an, Musik zu hören, meine Blogs zu schreiben und eine Homepage zur Neuinterpretation des Christentums auf die Beine zu stellen. Mit Supershirt auf den Ohren bratze ich mich durch das Internet, eigentlich ist es fast so wie zuhause, nur ohne Katzen. Ach was, die bring ich morgen einfach mit, stört doch eh niemanden. Wahrscheinlich ist Heister auch deshalb erstaunlicherweise beliebt, denn bis auf das Getränkeverbot im Raum ist diese Art der Maßnahme eher mit einem Besuch im Internetcafe zu vergleichen. Maßnahme statt Urlaub, wer eine Hängematte und einen Pina Colada Mix mitbringt, der kann sich das Cocobana-Feeling in den tristen Seminarraum holen.</p>
<p>Herbert hat sich wieder ins Aus katapultiert, meine Vorausahnungen am ersten Tag waren doch richtig. Jetzt besetzt er schon den Drucker seit ner halben Stunde und dann will er noch seine Geldkarte kopieren – aber nur in Farbe. Das Problem ist, dass Herbert nach seinem doch recht gut gelaunten ersten Tag stark abgebaut hat und nun vorwiegend durch Rumpöbelei auffällt. Dick sein und unfreundlich zieht immer Unmut nach sich, da muss man schon gertenschlank und wunderschön sein, um sich solche Spirenzchen leisten zu können.</p>
<p>Mittlerweile hat die Aktivität in der Maßnahme einen Tiefpunkt erreicht. Es ist mir ein Rätsel, was in der nächsten Woche gemacht werden soll, auf dem Fantasiestundenplan steht bereits alles Notwendige, es sei denn, wir müssen noch auf den spontanen Fall vorbereitet werden, dass Terroristen während des Bewerbungsgespräches in das Büro einfallen und uns als Geiseln nehmen. Wie man da gut vor dem Chef aussieht, indem man sich heldenmütig vor ihn wirft, wenn die Schüsse abgefeuert werden, kann da ja im passenden Rollenspiel gelernt werden, natürlich nur mit echten Kugeln, nur die Harten komm&#8217; in Garten.<br />
Dazu kann der Heister dann aber keine Anekdoten erzählen, in der DDR gab es ja &#8211; neben Bananen und Levis &#8211; auch keine Terroristen. Nur Herrn Heister. Der Terrorist der gut geplanten Bewerbungsseminare.</p>
<p>Das Blöde ist natürlich auch, dass – wenn nichts passiert – ich nur ein dünnes Heftchen und kein Buch zusammen bekomme, das kann es doch so nicht sein, das ist doch hier mein literarischer Durchbruch, der mich sowohl auf die Spiegel-Bestseller-Listen als auch die Bild-Titelseite bringt. Vielleicht denke ich mir einfach etwas aus, lasse tatsächlich Terroristen in den Zwergponypool einlaufen und schreibe eine packende Schicksalsstory. Ach, scheiß auf Terroristen, wenn man nach den Verkaufszahlen geht, sollten Vampire, Zombies oder andere Monster viel mehr einbringen.</p>
<p>Wenn dies ein Stephen King Roman wäre, würden die Wochen mit viel zu intimen Geständnissen enden, bei King eine Spezialität. Irgendwann wären wir alle ein eingeschworener Haufen, aber einer wäre im Laufe der Belagerung wahnsinnig geworden und eine (in King-Romanen immer weiblich) würde auf den totalen Jesus-Trip kommen, um schlussendlich von uns allen in Übereinstimmung niedergeschlagen oder sogar getötet zu werden. Niemand würde eine Träne vergießen und wir alle würden wissen, dass es richtig so war. Ich frage mich, wer von uns dafür in Frage kommen würde. Vollgepackt mit Mecklenburgern sieht es diesbezüglich schlecht aus, mit Religion haben wir es hier im Norden nicht so und mit überbordenden emotionalen Religionsbekenntnissen noch weniger. Sicher ist jedoch, dass ich aufgrund meiner Geekigkeit leider nicht die Rolle der Protagonistin oder weiblichen Hauptrolle  übernehmen kann, die sind nämlich attraktiver, aber auch immer so langweilig, dass man ihre ausgewaschenen Persönlichkeiten nur unter Extremsituationen wie Alien-Entführungen und Monster-Belagerungen ertragen kann. Ich hingegen würde die allseits beliebte Rolle der witzigen besten Freundin spielen, die in der zweiten Hälfte sterben muss, allerdings dann auch schon vom Publikum beweint wird (ganz im Gegensatz zur noch zu besetzenden Bibel-Fanatikerin). Im eigenen Blut liegend würde ich mit meinem letzten Atemzug einen Witz von meinen Lippen ringen und halb weinend, halb lachend würden meine Kollegen um mich herum stehen, während meine Eingeweide langsam aus der tiefen Bauchwunde herausgleiten und sich auf dem Boden verteilen würden. Ich würde sogar jemanden hinterlassen, der sich in den letzten drei Tagen unsterblich in mich verliebt hat, aber – es soll nicht sein, wenn die Gedärme durch den Raum gleiten, dann hilft auch die Liebe nicht mehr.</p>
<p>Als es hinter uns durch die Fenster plötzlich tierisch knallt, scheint sich mein Wunsch nach Bestseller-Verdächtiger Abwechslung erfüllt zu haben. Aber außer ein paar Rauchwolken von der anliegenden Fabrik, lässt sich nichts erkennen. Als wir nach einer halben Stunde trotz offenem Fenster immer noch quicklebendig im Raum sitzen, muss ich schweren Herzens die ätzenden Dämpfe ausklammern, aber vielleicht zeigen sich in ein paar Tagen interessante Mutationen, Daumen drücken und abwarten.</p>
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		<title>Spaßnahme &#8211; Tag 2</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 08:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf und Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenmenschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbungstraining]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Maßnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Zwergpony]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweiter Tag und endlich geht es in den PC-Pool. Die PCs sind Laptops, aber gut, solange es keine Kühe sind…Kühe als PCs zu benutzen ist selbstredend aus diversen Gründen unpraktisch. Zum einen ist die schwarz-weiße Bemusterung nicht nur eine demotivierende &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/07/spasnahme-tag-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1319&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:x-small;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Zweiter Tag und endlich geht es in den PC-Pool. Die PCs sind Laptops, aber gut, solange es keine Kühe sind…Kühe als PCs zu benutzen ist selbstredend aus diversen Gründen unpraktisch. Zum einen ist die schwarz-weiße Bemusterung nicht nur eine demotivierende Metapher für die heutige Gesellschaft, sondern flackert ungesund in den Augen, so dass man bereits nach einer Stunde Kopfschmerzen bekommt. Zum anderen ist die Internetverbindung über Kühe nicht ideal, nur weil man mehrere Mägen hat, heißt das noch lange nicht, dass das W-Lan  funktioniert. Und sowieso, Kühe nehmen viel zu viel Platz weg, wenn schon, dann doch lieber ein Zwergpony, das brennt auch nicht so in den Augen. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size:x-small;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;"><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/07/spasnahme-tag-2/"><img src="http://img.youtube.com/vi/3M-8ZpIosJs/2.jpg" alt="" /></a></span><br />
</span></span><span style="font-size:small;"> </span></span></p>
<p><span style="font-size:x-small;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Zu Beginn des Kurses soll es wieder etwas Theorie geben, na hoffentlich nicht wieder ein OZ-Spezial, noch einmal ertrage ich das nicht. Stattdessen gibt es eierige Kommunikationstheorie, ein albernes Rollenspiel und dann noch etwas zum „Resumö“. Aber hier im Zwergpony-Pool ist das sowieso egal, denn die Alten sitzen vorne und braten Einzelschicksale, während wir hier hinten eine eingeschworene Party-Truppe bilden.<br />
</span></span><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Herbert ist heute ruhiger und etwas vergrätzt, was einerseits an seiner Diabetes liegen kann, andererseits an den Tücken der Technik. Unsereins fühlt sich ja mit Gadgets und Electrospielzeugen verbunden, unsere Venen pochen im Gleichschritt unserer Twitter-Einträge. Aber Herbert kämpft mit der Technik „Bei mir zuhause passiert sowas nie“ ist der Standard-Spruch für Leute, die zuhause asbachuralte Geräte haben, die noch mit Hamstern angetrieben werden und Disketten so groß wie Plakatwände benötigen, um irgendeine obskure Dos-Anwendung zum Laufen zu bringen.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Während Heister den Interesse-vortäuschenden Altsemestern über sogenannte Assessment-Center ein paar Takte erzählt, haben wir uns ein parallel-Seminar aufgebaut, in dem ausgelassene Hierarchie herrscht. Kurzer Einwurf von Heister: „Märchen muss man auch erzählen können, in solchen Assessment-Tests, beispielsweise als Kindergärtnerin.“ Ein guter alter Heister. Auch schön – zum Ende des Vortrages starrt uns die ernüchternde Aussage entgegen, dass Assessment-Tests eigentlich keine Aussagekraft haben. Ach so, naja, war ja trotzdem nett.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Bei der theoretischen Abhandlung über verhandlungssicheres Aussehen kommt es zu moderaten Auseinandersetzungen, da Heister über die zu vermeidenden russischen Parfüms redet, als auch die aufgebrezelten dazugehörenden Damen. DAS passt dem Herbert gar nicht.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Also meine Frau nicht.“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Ich meine auch nicht ihre Frau“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Jaja, denn dem Herbert seine Frau ist Russin. Böses Fettnäpfchen. Heister, Heister, die Stimmung schwankt.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Dennoch fühlt er sich sichtlich wohl an der Spitze, die dahingenuschelten Theorie-Ansätze hat er hinter sich gelassen, nun kann er fröhlich watschelnd machen was er will, im Grunde rennt er immer nur rein und raus, das kenn ich, das macht man, um geschäftig und wichtig zu erscheinen.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Dass ich gar keine Arbeit suche, hab ich dann in der letzten Zigarettenpause klar gestellt, mein Freischein ist damit ausgestellt, ein paar schon längst abgeschickte Bewerbungen soll ich dennoch in meine Liste schreiben, sonst kriegen die Anleiter Ärger. Na, das überleg ich mir noch.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Natürlich hat der Freischein auch seine Konsequenzen, plötzlich bin ich  die Fachkraft für alles, natürlich, ich such ja nicht mehr, ich gehöre zur Erfolgsschicht der einigermaßen gut bezahlten Praktikanten, jeder Blickkontakt wird mit einer Meinungsaufforderung bestraft.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Eine innere Uhr muss man auch haben, oder wie sehen Sie das?“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Äh, ja, ich weiß jetzt nicht so genau, was sie meinen, mit innerer Uhr.“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Na, eine innere Ruhe bewahren.“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">„Ach so, ja.“<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Problem dabei ist, dass ich total unaufmerksam bin, die holperig vorgelesenen Vorlagen von Heister, der sie anscheinend heute auch zum ersten Mal liest, laden zum Ferndenken ein.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Kurz vor der Mittagspause werde ich dann schon wieder schräg angepöbelt. „Na nu lächel doch mal, du guckst mich immer so böse an.“ Verdammter Lächelnazi, das kann doch nicht sein, dass man hier aufgrund schlaffer Mundwinkel zur Guten Laune genötigt wird, wo soll das noch Enden, Einhaken und Schunkeln, oder schlimmer, eine Polonaise.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">In den letzten zwei Stunden ist für gewöhnlich die Luft raus, neben ein paar (noch) harmlosen Keilereien zwischen Heister und, nennen wir sie mal Katrin, sind alle ruhiger und tickern leise vor sich hin. Auch wenn es sicherlich stressig wird und höchstwahrscheinlich wieder schief geht, werde ich morgen in Berlin unterwegs sein, meinen zukünftigen Praktikumsplatz besuchen und nebenbei auch noch eine, hoffentlich zwei Wohnungen begutachten. Ich bin schon ein Fuchs. Wenn man allen anderen glauben mag, dann ist es unmöglich eine Wohnung in Berlin zu finden. Auch wenn jeder nach Berlin zieht, niemand wohnt dort, alle Leute, die eine Wohnung dort haben, haben an Öllampen gerubbelt oder Kobolde gefangen und ergatterten sich damit das Unmögliche. Ansonsten sind Berlins Straßen voll von Wohnungssuchenden, die tagein, tagaus nette Apartments besichtigen und abends wehmütig in Erdgeschoss-Fenster luschern, um zu sehen, ob in der dazugehörigen Wohnung eventuell gerade jemand gestorben ist, oder sich ein Pärchen böse streitet. Deshalb sind die Straßen in Berlin so voll, weil niemand ein zuhause hat und jeder nach der Arbeit nur verloren umherstreift, auf der Suche nach provisionsfreien Angeboten. Ein Trauerspiel.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Nach und nach kommen die üblen Machenschaften des Herrn Heister an den Tag. Oh ja, die 88 OZ-Seiten waren nur das Vorspiel zum eigentlichen Terror, denn fast schon verzweifelt versucht er uns Angebote und Stellen auf zu drücken, die niemand haben will, oder kann. In der Welt des Herrn Heister existieren keine Qualifikationsschranken, keine Ausbildung? Egal, da steht doch auch „kontaktfreudig“, das muss reichen. Natürlich nicht für mich, ich guck ja immer so böse.<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:x-small;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Calibri;">Die Frustration schlägt übrigens Wellen, in den Zigarettenpausen wird nicht einmal mehr geflüstert, wenn man sich über die Leitung beschwert. Ich vornean, als gelernte Musikjournalistin kenne ich die hohe Kunst der handfesten Miesmacherei, da kenn ich auch nichts, wenn ich schon zwei Wochen lang dazu verdonnert werde, mir die OZ vorlesen zu lassen, um dann noch penetrant zu Mundwinkelverrenkungen aufgefordert zu werden, dann mach ich jeden schlecht, der sich mir in den Weg stellt. Das Seminar endet mit der Fantasieliste, für die uns Heister einen fiktiven Stundenplan diktiert, den wir anscheinend an diesem Tag durchgenommen haben. Was da alles zusammenkommt, man könnte fast meinen, dass die fiktiven Kursteilnehmer dieses fiktiven Stundenplans wirklich einiges gelernt haben….</span></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Spaßnahme &#8211; Tagebuch einer Maßnahme/ Teil 1: Montag</title>
		<link>http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/04/spasnahme-tagebuch-einer-masnahme-teil-1-montag/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 20:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenmenschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbungstraining]]></category>
		<category><![CDATA[Maßnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Stanford Experiment]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon eine Stunde in das Seminar rein arten die Gespräche in große Betroffenheitstalks aus, wenn das jetzt schon so gefühlvoll losgeht, wie soll das erst in einer Woche werden? Tränenreiche Geständnisse, Gruppenumarmung und die Selbstfindung im Sitzkreis, mein mecklenburgisch verschlossener &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/04/spasnahme-tagebuch-einer-masnahme-teil-1-montag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1315&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon eine Stunde in das Seminar rein arten die Gespräche in große Betroffenheitstalks aus, wenn das jetzt schon so gefühlvoll losgeht, wie soll das erst in einer Woche werden? Tränenreiche Geständnisse, Gruppenumarmung und die Selbstfindung im Sitzkreis, mein mecklenburgisch verschlossener Charme kommt mit soviel Seelenpolka nicht klar, da krieg ich Ausschlag von und geh ins Zyniker-Tourette.<br />
Daher hat mich der Gruppenleiter &#8211; Herr Heister &#8211; auch schon jetzt auf dem Kieker. Dummerweise hab ich in einem Anfall von Leichtsinn erwähnt, dass ich doch tatsächlich studiert habe. Als Fachkraft für Studentenkram und so bin ich nun im Gespräch, wann immer irgend etwas studentisch-kramiges in die Runde geworfen wird.<br />
“Macht man denn auch Assessment Tests im Studium?”<br />
“Nee.”<br />
“Wieviel kostet denn so ein Studium?”<br />
“Ja nicht so viel, in Rostock ist ja noch ohne Studienkosten.”<br />
“Und wieviel würde es so kosten?”<br />
“Keine Ahnung, wie gesagt, in Rostock ist ja noch ohne&#8230;”<br />
Ein Springbrunnen an studentisch-fachwissenschaftlicher Kompetenz kommt aus mir heraus getröpfelt, gratis dazu gibt es vergnatzte Müdigkeit und bleierne Mundwinkel. Daraufhin werde ich dann auch mehrmals aufgefordert, doch endlich mal zu lächeln. Woher so was nur immer kommt, Lächler sind doch allgemein für ihre Naivität bekannt, oder noch schlimmer, werden für nicht ganz dicht gehalten. Klar, unter Freunden darf gerne mal ausgiebig gelächelt werden, manchmal sogar minutenlang, aber unter Fremden verzerren sich die Mundwinkel zu grotesken, klaffenden Schlündern, die den Wahnsinn in sich tragen. Niemand lächelt unter Fremden, außer er ist betrunken, bescheuert oder ein elendiger Hippie.</p>
<p>Die Gruppe ist bunt gemischt, schon jetzt macht sich &#8211; ich nenne ihn mal Herbert &#8211; Herbert ganz ausgezeichnet als Sündenbock für etwaig auftretende Aggressionen, als nerviger Klugscheißer, der immer zuviel erzählt und zu oft nachfragt. Eigentlich eine Spezialität meinerseits, aber ich will meine Rolle als Rebell without a cause nicht aufgeben und schmoll daher weiter in der Ecke, während ich versuche, Herberts gigantischen Bauch auf Papier zu bringen. Neben seinem Bauch, der so aussieht, als hätte sich Herbert ein großes Daunenkissen unter das Hemd gestopft und das sei dann etwas sehr weit hinuntergerutscht, hat Herbert auch noch einen winzigen Kopf, der gar nicht so dick aussieht, wie der Rest von ihm. Vielleicht ist Herbert auch ein Schauspieler, der sich in einen Fett-Anzug einer 80-jährigen Frau gezwängt hat. Aber nein, die Zehennägel verraten ihn. Denn obwohl draußen herbstlich kühle Temperaturen herrschen, trägt Herbert Sandalen und darin gelb-knusprige Zehennägel, die aussehen wie frittierter Schweinespeck auf Füßen verteilt.</p>
<p>Trotz gilbender Fußbenagelung und enervierender Nachfragerei schafft es Herbert dennoch mit seinem Dicken-Charme die Menge nach der Mittagspause auf seine Seite zu ziehen. Meine Angst, dadurch schnell in die Rolle des Lynchmob-würdigen Außenseiters zu rutschen &#8211; alle anderen haben sich mittlerweile schon dick angefreundet &#8211; darf jedoch unbestätigt abziehen, denn der Gruppenleiter Heister entpuppt sich als schamloser Selbstinzenierer. Anstelle hilfreicher Bewerbungstipps gibt es einen ausführlich erläuterten Lebenslauf von ihm, in dem wir die Leidensgeschichte des Herrn H mit anhören müssen. Den Spott, der unweigerlich aus allen Seiten und Ecken geschossen kommt, ignoriert Heister wie ein Profi.<br />
Und dann &#8211; unfassbar &#8211; scrollt sich Herr Heister durch 88 Seiten OZ-Spezial über den Rostocker Arbeitsmarkt. Scheinbar wahllos liest er Firmennamen vor, begleitet von “Na das wäre doch auch etwas.” oder “Das könnte man natürlich auch machen” oder “Bei denen könnte man auch mal anfragen, fragen kostet ja nichts, sach ich mal so.”.<br />
Die Spitze der Unglaubwürdigkeit schraubt sich immer weiter nach oben, das ganze Spektakel entwickelt sich vor unseren staunenden Augen zu einem dieser Gags, in denen der Protagonist aus lauter Not in einer scheinbar logisch zusammenhängenden Aufzählung einfach nur Dinge nennt, die in sein Blickfeld geraten.<br />
Immer wieder gleitet meine Aufmerksamkeit von der spiegelglatten Bahn, die Heisters Wahnwitz gegossen hat. Immer wenn ich mal wieder auftauche, schlagen mir Themen entgegen, die wie Dittsche-Gebrabbel um meine Ohren flattern: “Ja, das war ja damals noch ein Limonadenstand, da gabs dann Limonade”,  “Bei Steuererklärungen sieht ja auch keiner mehr durch, nichts mit aufn Bierdeckel schreiben“, niemand weiß, woher er die Themen nimmt, die Anzeigen der OZ ziehen üble Assoziationsketten bei Herrn Heister nach sich, der in die Untiefen seines ewigen Daseins greift, um eine sinnlose Anekdote nach der anderen aus dem Ärmel zu ziehen.<br />
Dann eine Seite mit Werbung für Caravane “Ja, wenn man es sich leisten kann, dann sollte man sich schon einen Caravan kaufen.”<br />
Das Stanford-Experiment ist nichts gegen unser kleines Hartzer-Biotop.<br />
Frage: Wie lange lassen sich die Testpersonen von einem Wahnsinnigen aus einer Zeitung vorlesen?<br />
Antwort: Bis zum bitteren Ende!<br />
Knallhart zieht Heister durch, jeder andere hätte schon schamvoll Muffensausen gekriegt und spätestens ab Seite 40 abgebrochen, darauf hinweisend, dass wohl jeder in der Runde verstanden haben möge, worum es hierbei ging (Zeitung lesen?!).<br />
Aber nicht Herr Heister, da können Terroristen durch die Fensterscheiben geschossen kommen, um uns nacheinander die Köppe zu zerballern, Herr Heister zieht durch bis zum bitteren Ende, bis zum bitteren, sinnlosen, rotgeränderten Ende.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/10/04/spasnahme-tagebuch-einer-masnahme-teil-1-montag/"><img src="http://img.youtube.com/vi/FOBeubfr-xY/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1315/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1315/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1315&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">fichtenstein</media:title>
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	</item>
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		<title>Abenteuer beim Vorstellungsgespräch aka &#8222;Ja da kann man sich doch nicht nur hinlegen&#8220;</title>
		<link>http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/29/abenteuer-beim-vorstellungsgesprach-aka-ja-da-kann-man-sich-doch-nicht-nur-hinlegen/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 15:17:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf und Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[privatradio]]></category>
		<category><![CDATA[vorstellungsgespräch]]></category>
		<category><![CDATA[zukunftsoptionen für kulturlegasteniker]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tag fängt gut an, pünktlich aufgewacht, frisch gemacht, Sachen gepackt und ab die Post. 10 Minuten zu spät am Bahnhof, teuer Ticket nachgekauft, 45 Minuten warten. Die Moral von der Geschicht: Abfahrtszeiten möglichst vor der Abfahrt überprüfen. Im Gepäck &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/29/abenteuer-beim-vorstellungsgesprach-aka-ja-da-kann-man-sich-doch-nicht-nur-hinlegen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1308&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">Der Tag fängt gut an, pünktlich aufgewacht, frisch gemacht, Sachen gepackt und ab die Post.<br />
10 Minuten zu spät am Bahnhof, teuer Ticket nachgekauft, 45 Minuten warten. Die Moral von der Geschicht: Abfahrtszeiten möglichst vor der Abfahrt überprüfen.<br />
Im Gepäck die typischen Materialien des arbeitssuchenden-aber-noch-Studenten: postmoderne Litertatur zur Vorbereitung des noch bevorstehenden Kolloquiums, Bewerbungsmappe (laut Mutti sehr wichtig, da Personalabteilungsleiter anscheinend Wert darauf legen, dass man ihr siebendes Gedächtnis vorausgeahnt hat, so dass sie die schon geschickten Bewerbungsunterlagen ruhig vermöllen können), ein paar Wechselschuhe, die unbequem sind, aber dafür nicht ganz so assi aussehen, wie die ultra-hippen, im Berufsleben jedoch oft verpönten Turnschuhe und Haarwachs, damit die neue „freche“ Kurzhaarfrise nicht zum Grund der Absage wird, das sollte schon meine abstoßende Persönlichkeit übernehmen.<br />
Mein hypothetischer Arbeitsgeber ist ein Privatradio im so genannten AC-Format, was soviel heißt wie „Adult Contemporary“, da die Musikindustrie davon ausgeht, dass Erwachsene nur ca. 40 verschiedene Songs im Kopf behalten können und diese dementsprechend oft am Tag hören müssen, damit sie sie auch ja nicht vergessen. Natürlich inklusive dem Besten aus diversen Jahrzehnten, die ebenso auf maximal 5 Songs reduziert werden. Derweil türmen sich Platten und Cds in staubigen Werkhallen, ungehört und ungeliebt, da AC-Privatradios &#8211; streng genommen &#8211; niemanden lieben.<br />
Privatradios sind der kulturelle Supergau.<br />
Während sich die Öffentlich Rechtlichen durch Steuergelder und die eigene elitäre Arroganz immer mal wieder den Anspruch nehmen, auch Inhalte zu vermitteln, dürfen die Privatradios wilde Sau spielen und tun das in Form von aufgeblasener guter Laune, quasi bunten Clownsgesichtern aus Nichts. Wie Hannibal Lecter löffeln die Privaten in der Gehirnmasse der Zuhörer und schaufeln sich den grauen Brei in ihre immerlustigen Münder.<br />
Immer mal wieder gibt es Imagekampagnen, die einem doch tatsächlich das Lügenmär vermitteln sollen, dass man es mit echten Menschen zu tun hat, anstatt mit seelenlosen Androiden, die ihre Energiequellen dadurch erneuern, dass sie die Lebenskraft ahnungsloser Anrufer durch die Leitungen saugen. Gewinnspiele, Blitzermelder, Umfragen, Ticketverlosungen, Songwünscher, jeder Anruf geht einher mit Schwächeanfällen und einem Gefühl der Leere, das sich manchmal Tage hält.</p>
<p>Aber &#8211; so dachte ich resigniert &#8211; alles ist besser als Hartz IV, daher saß ich dementsprechend unmotiviert im Zug und wartete auf die unausweichliche Absage, die von meinem unmotivierten Gesicht abprallen würde, wie ein geistreicher Witz von einem Mario Barth Fan&#8230;.</p>
<p>Die Berliner U-Bahn gefällt mir dann so sehr, dass ich spontan zwei Stationen zu weit fahre, aber gewitzt wie Justus Jonas die korrekte Bahn zurück nehme und demnach ausnahmsweise pünktlich vom nächsten Bahnhof weiterfahren kann.<br />
Im wohl tristesten Eckchen Potsdams &#8211; im Volksmund auch gerne als Industriegebiet beschimpft &#8211; befindet sich das von mir anvisierte Privatradio, das zusammen mit anderen harmlos erscheinenden, aber schlussendlich kulturterroristischen Agenturen zusammen sitzt und das Ende des menschlichen Idealismus plant.<br />
Während meiner Wartezeit im Empfangsbereich überkommt mich bereits ein Gefühl, als hätte mir eine verwarzte Zigeunerin vor die Füße gespuckt. Jetzt bereue ich es auch, dass ich ebenjene in unbequeme Vorstellungsgesprächschuhe gepackt habe, anstatt meine Assilatschen an zu behalten. Das könnte noch den Eindruck vermitteln, dass ich das hier wirklich will.</p>
<p>Auch die freundlich grüßenden Leute können nicht verheimlichen, dass hier das Böse aus dem Becken der Geschmackslosigkeit gepresst wird. Die Laith Al Deen und Kim Wilde Poster verraten sie.<br />
„Jesus!,“ oder auch „Meh-He-Ko Hey Zeus!“ denke ich mir, „was mache ich hier eigentlich, als unverbesserlicher Freigeist gehe ich hier doch ein wie jegliche Topfpflanze bei mir zu hause!<br />
Das Gespräch verläuft entsprechend. Schlagwörter wie ‚Hierarchie‘, ‚Konkurrenzdruck‘, ‚Wahnsinnige*‘ und ‚Kritik‘ schlagen mir um die Ohren, als Volontärin habe ich sowieso zu erwarten, dass ich jede Nacht heulend nach hause komme, von einem 10 Stunden (mindestens!) Tag gepeinigt und von den Kollegen gemobbt. 10 Tage am Stück zu arbeiten muss natürlich auch drin sein, dazu kostenlos die Erniedrigung, die einem zwangsläufig nachläuft, sollte man seinen Arbeitsplatz in Runde der intellektuell angehauchten Freunde erwähnen.<br />
Natürlich scheut meinereiner sich nicht vor harter Arbeit und einem erbitterten Konkurrenzkampf, aber doch nicht, um ein Räderwerk ins Nichts in Gang zu halten? Gegen Windmühlen kämpfen mag ja noch ganz witzig sein, aber für sie zu arbeiten ist dann selbst für den Don zuviel.<br />
Nach 10 Minuten werde ich rausgeschoben und zur Tür begleitet, nur für den Fall, dass ich in einem Anfall von Hysterie (die bereits keck in meinen Augen glitzert) ins Aufnahmestudio stürze und blank ziehe.<br />
Draußen nieselt es, das Industriegelände zieht so blank, wie ich es nie hätte tun können und meine Schuhe drücken.<br />
Alles ist besser als&#8230;</p>
<p>Und nun hat Herr Brecht das Wort:</p>
<p>Da behält man seinen Kopf oben,<br />
und man bleibt ganz allgemein.<br />
Sicher scheint der Mond die ganze Nacht,<br />
sicher wird das Boot am Ufer losgemacht,<br />
ja, aber weiter kann nichts sein.<br />
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen,<br />
ja, da muß man kalt und herzlos sein.<br />
Ja, da könnte so viel geschehen,<br />
ach, da gibt&#8217;s überhaupt nur: Nein.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/29/abenteuer-beim-vorstellungsgesprach-aka-ja-da-kann-man-sich-doch-nicht-nur-hinlegen/"><img src="http://img.youtube.com/vi/QlOw-OwqnlU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>*‘Wahnsinnige‘, ebenso wie die Phrasen ‚Er ist ein total verrückter Typ‘ oder ‚ich bin ein lustiger Kerl‘ (gilt ebenso für Frauen) sind &#8211; wenn nicht im ironischen Kontext &#8211; die universellen Erkennungspunkte von so genannten Humor-Vakuen, die vorzugsweise Menschen umkreisen oder, noch schlimmer, von ihnen ausgehen, die sich köstlich über Sat 1 Comedyproduktionen amüsieren, auch heute noch herzhaft über rassistische Witze lachen und entschlossen jede ironische Bemerkung ernst nehmen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1308/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1308/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1308&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">fichtenstein</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Abenteuer im Jobcenter aka &#8222;Vom Arbeitsamt ins Alpenland&#8220;</title>
		<link>http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/17/abenteuer-im-jobcenter/</link>
		<comments>http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/17/abenteuer-im-jobcenter/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 17:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fichtenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beobachtungen und Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Olli Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[Studienabschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftschancen]]></category>

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		<description><![CDATA[Da sich das Studium langsam aber sicher dem Ende zuneigt, bin ich als Geisteswissenschaftler (ergo ungeeignet für jegliche praktische Berufe) natürlich in der prekären Lage – der weiteren Zukunft an der Universität abgeneigt – mich für das illustre Hartz IV &#8230; <a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/17/abenteuer-im-jobcenter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1300&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da sich das Studium langsam aber sicher dem Ende zuneigt, bin ich als Geisteswissenschaftler (ergo ungeeignet für jegliche praktische Berufe) natürlich in der prekären Lage – der weiteren Zukunft an der Universität abgeneigt – mich für das illustre Hartz IV zu bewerben.<br />
Aufgrund dessen befand ich mich Dienstag Morgen in einem Potpourri aus sozialen Brennpunkten und teigig-verschlafenen Gesichtern – der Warteschlange im Jobcenter.<br />
In so einer Warteschlange lassen sich erstaunliche Dinge beobachten.<br />
Zum Beispiel, dass die Posterreihe „Rostock hat viele Gesichter“ eigentlich nur vier multikulturelle Gesichter hat, die auch noch hämisch mit Jobs angeben, die niemand haben will.</p>
<p><a href="http://sickcellmate.files.wordpress.com/2010/09/klosmiley.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1301" title="MINOLTA DIGITAL CAMERA" src="http://sickcellmate.files.wordpress.com/2010/09/klosmiley.jpg?w=500&#038;h=666" alt="" width="500" height="666" /></a><br />
Zudem wundert man sich, dass die Schlange sich weiter bewegt, selbst wenn niemand aufgerufen wurde. Es staut sich im vorderen Warteschlangenbereich, eine Unart, die im hinteren Bereich trügerische Hoffnung weckt, das Pult nebst Beraterin unter einer Stunde zu erreichen. Auf dem Weg passiert man exotische Kunstpflanzen, die wie ein Mahnmal auf die zerstörten Träume der Anwesenden wirken. Es könnte nicht deprimierender sein, wenn an den Wänden Fernsehmonitore hängen würden, auf denen Robbenschlächter und tote Wale zu sehen sind.<br />
Aber &#8211; keine Walfang-Robbenklobben-Fernsehmonitore, stattdessen: „Vom <span style="text-decoration:line-through;">Arbeitsamt</span> Ostseestrand ins Alpenland“, so deklariert ein Poster stolz, mit einer grinsenden Teigrolle im Kochjäckchen, die sich von ihrer Asbest Seite zeigt, so dass man sich wünscht, für immer arbeitslos zu bleiben, um niemals in die Situation kommen zu müssen, ähnlich unfotogen abschreckend auf Arbeitssuchende zu wirken. Wie sangen schon Tocotronic: „Aber so aussehen, nein danke!“.<br />
Apropos Hamburger Schule, ein paar zusammen gestauchte Menschen vor mir steht ein Mann, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Olli Schulz hat. Dass es sich hierbei nicht um das Original handelt, ist klar, selbst wenn ebensolcher am Vorabend aufgespielt hat, aber vielleicht handelt es sich hierbei um ein Olli Schulz Double, eine Marktnische, die sicherlich noch nicht genug ausgereizt ist. Trotz Hitpotential steht er jedoch hier und nicht umringt von Fans bei einer Kik-Eröffnung, denn die Hamburger Schüler treten heutzutage ja für&#8217;n Appel und ne Trainingsjacke auf.<br />
Um da rentabel für Studentengeburtstage, Studentenhochzeiten und Studenten Bar-Mitzwas der Pseudo-Olli zu sein, muss man sich schon für ein Kindermenü bei McDonalds verkaufen.<br />
Natürlich wäre es eine maßlos grandiose Idee, sich teurer als der Herr Schulz zu verscherbeln, als „The better Olli Schulz Experience“ könnte man sich zu einem Unikat machen, man zahlt ja oftmals teuer Geld, weil der Preis von der Nachfrage bestimmt wird und ein hoher Preis dementsprechend aussagekräftig darüber ist, dass es mindestens zwei Stunden heißblütiges Entertainment mit einem Ausnahmedoppelgänger geben wird, der – wenn alles gut geht – auch noch eine Zugabe als „the more troubled Jochen Distelmeyer experience“ spielt.<br />
Ja, vielleicht ist das schon geschehen und aus Ermangelung an Angeboten ob der plötzlichen Konkurrenz steht dort, fünf gestauchte Menschen vor mir wirklich der Herr Schulz. Verrückt, aber nach Autogramm fragen will ich nicht, sonst verlier ich meinen Platz an der Plastikorchidee.</p>
<p>Als ich endlich an der Reihe bin, bedenkt mich die Bearbeiterin zunächst mit einem trotzig, fast schon hämischen Lachen, als ich meinen Studiengang nebst Ambitionen nenne. Was, als wannabe-Musikjournalistin hat man wenig Aussichten auf einen Job? Wer hätte das gedacht, mir es wie eine vergammelte Zitrone ins Gesicht zu reiben, wäre trotzdem nicht nötig gewesen.<br />
Aus Frust verlaufe ich mich anschließend noch in dem Gebäude, das die Nummerierung 1.2xx durch vier verschiedene Stockwerke zieht, sich in 3 verschiedene Häuser aufteilt, ohne Info, was nun in welchem Haus zu finden sei. Wer nicht mindestens 6 Stunden wirr in den immergleich beige gehaltenen Gängen des Jobcenters herumirrt, der hat es nicht verdient, Hartz IV zu beantragen. Bonuspunkte gibt es für diejenigen, die noch zwei Stunden für die Suche nach einer Toilette verbringen.</p>
<p>Hinaus gekommen bin ich nicht, ich wandele immer noch als mittlerweile ebenso teigig aussehendes Gespenst in den Zwischenwänden des Centers, immer wieder „Vom <span style="text-decoration:line-through;">Arbeitsamt</span> Ostseestrand ins Alpenland“ flüsternd, während ich an exotischen Kunstorchideen knabbere.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sickcellmate.wordpress.com/2010/09/17/abenteuer-im-jobcenter/"><img src="http://img.youtube.com/vi/TW6xg8G2bGk/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sickcellmate.wordpress.com/1300/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sickcellmate.wordpress.com/1300/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sickcellmate.wordpress.com&amp;blog=5510209&amp;post=1300&amp;subd=sickcellmate&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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