Ich weiß nicht wieso, aber je größer ein Kultfilm in den Medien und in meinem Freundeskreis gefeiert wird, desto länger brauche ich, um ihn zu sehen. Heute hat es endlich geklappt, Tarantino’s neuestes Werk. Neben Christoph Waltz, der in jeder Szene so gut war, dass Brad Pitt sich bestimmt ein wenig geschämt hat, hat mir besonders die eine winzige Szene Spaß gemacht, in der Hitler nach einem Kaugummi fragt.
Natürlich wurde mir erst später gesagt, dass Till Schweiger die Szene auch ganz großartig findet, eine Gemeinsamkeit, auf die ich gerne verzichten könnte, weil es jetzt doch tatsächlich etwas an ihm gibt, dem ich nicht widersprechen kann. Dammit.
Naja, im Gross war der Film zwar unterhaltsam, aber nicht so amüsant, wie ich gedacht hätte. Ausserdem schwebt die Angst mit, denn wieviele Amis werden von nun an fest davon überzeugt sein, dass Hitler von den Amis in einem Kino in Frankreich erschossen wurde?
Ich habe nicht viele Retrorock-Lieblingsbands, denn ehrlich gesagt, die Originale sind oftmals einfach besser. The Blue Van hingegen sind brilliant, sonnig und smooth. Dass die in Rostock spielen hätte ich nie erwartet. Daher hab ich ca. 30 Minuten lang auch jeden in meiner Umgebung damit genervt, vor mich hin zu stammeln “The Blue Van spielen in Rostock”, immer und immer wieder und immer wieder und immer wieder. Vielleicht sollte ich auch einfach mal meine schlechte Meinung gegenüber Konzerten in Rostock noch einmal überdenken, immerhin passiert mir das in letzter Zeit häufiger. Wurde Rostocks Konzertlandschaft etwa von Xzibit gepimpt?
Ne dicke fette Klausur und anschließend einige Turbulenzen bei einem Live-Interview und dann wollte auch noch niemand mit zum Konzert an dem Abend. Aber die Band war nett und das Konzert am Abend umso besser, selbst wenn ich schon wieder Einzelschicksal spielen musste. Es geht nun einmal nichts gegen gigantische nackte Oberkörper, lange Haare und Rock’n Roll.
Aaaargh, Logik. Ein Tag vor einer großen Klausur sind die Nerven ja blank wie nüscht, gut jedoch, dass ich meinen Lernplan beinhart und sehr vorbildlich durch gezogen habe und zum Ende hin sogar etwas mehr verstanden habe, als am Anfang. Darum soll es beim Lernen ja auch gehen, hab ich mal gehört.
Ob das wirklich stimmt, zeigt sich jedoch erst, wenn ich die Ergebnisse vor mir liegen habe. Bis dahin gilt: Ignorance is Bliss.
Ich zittere der Klausur entgegen und damit ich mir nicht zuviele Vorwürfe machen muss, wenn ich durchfalle, gehe ich alles nochmal durch. 5 Stunden lang mit Logik zu verbringen mag zwar nicht meine Lieblingsbeschäftigung an einem Sonntag sein*, ist am Ende aber sehr viel interessanter, als man allgemein annehmen würde. Wirklich, ich lüge nicht! Nein ehrlich, ich meine es, die zuversichtliche Euphorie hielt zwar nicht lange an (ein neurotischer Mensch beisst sich ein wenig mit Zuversicht, angesichts all der möglichen Dinge, die schief gehen können), aber dennoch, es hat mir was gebracht. Wirklich, ehrlich, ich meine es nicht ironisch.
*Lieblingsbeschäftigungen an einem Sonntag sind mit Ausnahme von sozialen Veranstaltungen alle Dinge, bei denen der Kalorienverbrauch so gering wie möglich ist.
Ok, meine Schmerzgrenze für Schnee ist offiziell erreicht, es macht keinen Spaß mehr, es sei denn man muss nicht mehr hinaus gehen (sondern darf) oder darf drinne bleiben und die romantische Sicht genießen, aber ich muss raus! Nachdem ich mich also durch die Schneemassen durch gekämpft habe, war es wundervoll wieder nach hause zu kommen und zu wissen, dass ich den Sonntag keinen Fuß vor die Haustür setzen muss, denn dieses Wetter – seufz.
(Superätzend, ich war direkt hinter ihnen, weil ich noch zu Lohro musste, ich wusste ja nicht, dass Saruman irgendwie Beef mit ihnen hat und deshalb einen Schneesturm herbei beschwören würde. Ich meine, sind wir im Kindergarten oder was, das kann man doch ausdiskutieren)
Wo man älter wird, geht man ja immer seltener tanzen, alleine, weil man mit Krückstock und Stützstrümpfen schon unter den jungen Hipstern auffällt. Wenn’s denn mal wieder Zeit ist, wird das halt ausgenutzt und die Hüfte wird geschwungen, bis das künstliche Gelenk zerspringt.
Normalerweise sind die verbissenen Indiefans ja immer entsetzt, wenn der Rest der Welt eine Band in die Arme nimmt und sie auf Radiostationen und Musiksendern rauf und runter spielt. Plötzlich haben die sich verkauft und waren früher viel besser.
Anders war es sicherlich bei Elbow, denn als die 2008 ihren lang verdienten Ruhm für das grandiose Album “The Seldom Seen Kid” ernteten, gab es keine einzige Stimme weit und breit, die vernehmen ließ, dass das Debüt aber viel besser war. Nein, Guy Garvey und Co sind einfach so gut, dass sie zwangsläufig berühmt werden müssen und so waren auch wir verbissenen Indiefans glücklich darüber, dass sie jetzt auch im Radio laufen und nicht nur bei uns zu hause (rauf und runter).
“The Loneliness of a tower crane driver” besticht durch Garveys kraftvollen Texte (“send up a prayer in my name” dürfte eine meiner all-time favourites in Sachen Textzeilen sein) und die bombastische Instrumentalisierung. Mit dem BBC Orchestra klingt das Ganze dann so gut, dass es selbst einem gestandenen Mann die Tränen in die Augen treibt, zumal Garveys Stimme tatsächlich noch besser zu sein scheint, als auf dem Album.